Sunday Inspiration

Manchmal braucht man klare und direkte Worte, um aus alten „Erziehungsmustern“ aussteigen zu können, die immer dann getriggert werden, wenn wir Angst/ Sorgen/ Unsicherheiten in uns fühlen. Mir persönlice helfen solch ungeschminkte Worte, um mich wieder wach zu rütteln.

Text: Sinngemäß von der Kinderflüsterei

„Wenn du dir wünschst, dass dein Kind Lust auf Hausaufgaben hat, hör auf zu strafen und zu belohnen.

Wenn du dir wünschst, dein Kind würde selbständig erkennen und umsetzen was für die die Schule zu tun ist, hör auf extrinsisch zu motivieren.

Wenn du dir wünschst, dein Kind möge aus seinem Leben etwas machen, hör auf, sein Tun mit deinen Erwartungen abzugleichen und darauf zu reagieren.

Wenn du dir eigene Motivation für dein Kind wünschst, hör auf ihm deine vorzusetzen. Belohnung killt eigenen Antrieb. Extrinisische Motivation killt intrinsische.

Intrinsische Motivation entspringt der Identifikation mit dem, was das Kind tut und wird unterbunden durch Belohnung und Bewertung und Benotung und dem Anspruch abzuliefern.

Du kannst nicht gleichzeitig von deinem Kind erwarten, dass es einen eigenen Willen aufbringt und ihn gleichzeitig aberkennen, indem du forderst.

Du kannst ihm nicht gleichzeitig die Verantwortung nehmen, indem du etwas für es möchtest und seine Verantwortung verlangen, wo du sie sinnvoll findest.

Wie soll das funktionieren ?

Dein Kind hat dann nur zwei Möglichkeiten:

Es versucht dem Druck standzuhalten oder es entzieht sich.

Beides ist nicht dein Wunsch.

Andere Ergebnisse erfordern anderen Einsatz an Mitteln.🙌🏻

Verantwortung kann dein Kind nur übernehmen, wenn du ihm die Verantwortung überträgst. Das schließt die Verantwortung für getroffene Entscheidungen mit ein. Selbst dann, wenn du sie dir anders gewünscht hättest oder sie falsch findest. Also gib die Verantwortung für Hausaufgaben, Abgabefristen und Vokabeln ab, wo immer das möglich ist (und das ist es fast immer!) und unterstütze, wenn du gebraucht wirst.🙌🏻

Hol dir im selben Schritt deine Verantwortung für deine Ängste und Gefühle zurück. Dein Kind muss nicht etwas tun, damit du dich nicht um es sorgen musst. Glaubst du ernsthaft, dein Kind habe keine Lust auf sein Leben oder kein Interesse daran, ein Leben nach seinen Vorstellungen zu gestalten?🙌🏻

Unterzieh deinen Alltag mal einem Realitätscheck: aus welcher Motivation heraus lebst du denn ? Wo verfolgst du deine Ziele intrinsisch und wo tust du, weil du musst? Und wer bestimmt, was du musst?

Dein Kind lernt sich für seine (!) Belange anzustrengen, wenn es den erwartungsfreien und ergebnisoffenen Raum dazu erhält und an dir lernt, wie das funktioniert- nicht weil du das willst, sondern weil du es lebst.🙌🏻

Mach dir klar, dass es nicht Schule und Hausaufgaben sind, die eure Beziehung belasten, sondern deine Einstellung dazu. Hier münden all deine (Existenz-) Ängste, Erfahrungen und Hoffnungen.

Schau sie dir an- davon hast du ganz sicher mehr, als von den gemachten Hausaufgaben.

Raus aus dem Raum deines Kindes, in dem du für es willst, was es dann selbst nicht mehr wollen kann.

Hinein in deine Verantwortung zu begleiten und vertrauen.

Erst dann kann dein Kind seinen Raum belegen und füllen, mit allem, was zu ihm gehört. Weil es will und nicht muss.

Und du wünschst dir doch, dass dein Kind will und nicht muss?“

Hab eine wundervolle reflektierte Woche mit Dir und viel Freude beim Wiederbetreten DEINES Raumes.

Herzensgrüße zu Dir!

Heike

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